Neue Handlungsmöglichkeiten gewinnen, neue Perspektiven erzählen:

Veränderungen mit narrativen Ansätzen gestalten

Im Abschlussblock (Modul 3 und 4) werden auf der Basis der Fallarbeit der Teilnehmenden die Anwendung narrativer Methoden und die narrative Haltung weiter konkretisiert, reflektiert und verfeinert. Zudem weitet dieses Abschlussmodul den Blickwinkel und ermöglicht den Teilnehmenden, weitere narrative Ansätze und Methoden durch Gastdozent:innen kennen zu lernen – im 4. Jahrgang 2023 freuen wir uns über folgende Gastdozent:innen (Änderungen vorbehalten):

Petra Sammer: Erzählen statt Präsentieren – Storytelling als Führungsinstrument

„Präsentation, Rede, Videobotschaft oder Teambesprechung: Mehr denn je sind wir heute in der Pflicht, Kollegen und Kolleginnen, Teammitglieder, Kunden und Stakeholder zu motivieren, zu begeistern und zu überzeugen. Storytelling als rhetorische Technik ist daher eine Schlüsselqualifikation der Unternehmenskommunikation.
Doch für viele Menschen ist es schwierig – besonders im professionellen Umfeld, eine mitreißende und emotional starke Geschichte zu erzählen. Viele glauben, sie haben nichts zu erzählen oder verstehen sich nicht als Storyteller.
Fassen Sie Vertrauen in Ihre Fähigkeiten als Geschichtenerzähler und lernen Sie, wie Sie mit einfachen Mitteln überraschende und einprägsame Stories – passend zu Ihrer Kernaussage – anwenden und einsetzen können. Erfahren Sie, worauf es beim Geschichtenerzählen ankommt, wie Sie die für Sie passende Story finden, authentischer erzählen und welche Fehler Sie auf jeden Fall vermeiden sollten.“

Jacques Chlopczyk: Dramaturgien der Veränderung

„Der Erfolg einer bewussten und zielgerichteten Veränderung von Organisationen und anderen komplexen Systemen beruht nicht zuletzt auf der Plausibilität und Strahlkraft der dazu erzählten Geschichten und der Dramaturgie der Gespräche, Kommunikationen und Rituale, die den Weg zum Neuen begleiten.

Welchen narrativen Mustern folgen organisationale Veränderungen? Wie lassen sich bewusste und zielgerichtete Veränderungen in Organisationen narrativ einbetten? Welche Geschichten werden über den Zusammenhang zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erzählt und wie können Veränderungsprozesse dramaturgisch stimmig konzipiert werden?

Dramaturgien der Veränderung nähert sich diesen Fragen in zwei Schwerpunkten: 

Zum einen stellen wir die impliziten und expliziten Veränderungsgeschichten und deren bewusste Ausgestaltung im Rahmen von organisationalen Veränderungsprojekten (wie z.B. Mergers & Acquisition oder Restrukturierungen) mit relevanten Stakeholdergruppen in den Fokus (Narrative Rahmung).

Zweitens beleuchten wir die dramaturgische Struktur von organisationalen Veränderungsprozessen aus einer Makro-Perspektive. Anhand eines Beispielprojektes werden Kernelemente bewährter „Dramaturgien der Veränderung“ und deren Ausgestaltung beleuchtet (Rituale, Kommunikatios- und Informationsevents, Workshops und Konferenzen).“

Wolfgang Tonninger: Narratives Coaching

„Wir formen unser Leben über die Bedeutungen, die wir unseren Erfahrungen zuschreiben. Der narrative Ansatz geht davon aus, dass Geschichten den primären Rahmen für diese Bedeutungszuschreibungen liefern. Für die narrative Arbeit mit Menschen ist das der Hintergrund für jede Intervention.

Wenn wir von Narrativem Coaching sprechen, so beziehen wir uns auf eine Tradition der systemischen Sozialarbeit und therapeutischen Praxis, die in den 1990er Jahren in Australien/Neuseeland/Kanada von Michael White, David Epston und Karl Tomm entwickelt und seitdem in den verschiedensten Teilen der Welt weitergeführt wurde.

Narratives Coaching ist mehr als ein „Coaching mit Geschichten“. Es ist der Versuch, dem Subjekt seine Kompetenzen zurückzugeben und es in seiner Gemeinschaft mit anderen Menschen zu stärken. Narratives Coaching ist narrative Haltung und als solche immer ein politisches Unterfangen, weil Menschen an den Geschichten leiden, die andere über sie erzählen und die nicht ihre eigenen sind.  

Narratives Coaching ist eine besondere Ausprägung des systemischen Coachings, in dem jenseits der Rolle des Experten gemeinsam am Möglichkeitenland gearbeitet wird, auf dem Geschichten wachsen, die Reflexion und Beweglichkeit fördern.“

0

Beginnen Sie mit der Eingabe und drücken Sie Enter, um zu suchen